Samstag, 12. Juli 2014

Trekking auf Gran Canaria (Spanien, März 2014)




Die Insel Gran Canaria ist eher für Pauschaltourismus a la Neckermann, Tui, Altours und Co. bekannt. Der Massentourismus konzentriert sich jedoch extrem auf wenige Orte an der Küste wie z. B. Maspalomas an der Südspitze. Der Rest der Insel ist eher ruhig.
Grund genug, mit Rucksack und Zelt die Vulkanlandschaft zu erkunden.



Südlich von Maspalomas, direkt anschliessend an die gigantischen Hotelanlagen an der Plaja d'Ingles, befindet sich der kleine Sanddünengürtel Dunas de Maspalomas. Mehr oder weniger markierte Wege führen hinüber zum Leuchtturm (Faro) an der Südspitze von Gran Canaria.



Von Faro aus quält sich der Bus auf steilen Serpentinen durch die Lavaschluchten hinauf und hinunter in Richtung San Bartolome de Tirajana / Tunte.



 Ab hier wandere ich unter anderem auf dem Camino de Santiago la Plata / Ruta Jacobea, der die Insel von Maspalomas im Süden nach Galdar im Norden durchquert.



Gut markiert und mit atemberaubender Aussicht und Wegführung eine der schönsten Wanderstrecken auf der Insel!



Allerdings sind auch ganz schön Höhenmeter in der sengenden Sonne zu bewältigen. Unbedingt vorher die Wasserflaschen füllen!



Blick zurück auf den kunstvoll gepflasterten Abschnitt.


Durch die kleine Schlucht fließt zeitweise sogar ein kleiner Bach, zum Wasserholen leider schwer erreichbar.



Nach dem steilsten Stück führt der Pfad an einem Taleinschnitt entlang in Richtung eines Sattels. Nach rechts bzw. Osten zweigt ein Weg zum höchsten Gipfel der Insel ab.




 Vom Pico las Nieves (1949 m),  reicht der Blick nach Westen über den heiligen Fels des Roque Nublo...





...bis zum Gipfel des Teide (3718 m), Spaniens höchstem Berg auf der Nachbarinsel Teneriffa



Hier in der Region um Tejeda ist das Wegenetz neu ausgebaut und beschildert.



Auf einem schönen Pfad fast ständig auf dem Grat entlang gelangt man vom höchsten Gipel in einer knappen Stunde zum nächsten landschaftlichen Highlight der Insel: Roque Nublo (die zwei höchsten Felsen l. oben, daneben ein fast ebenes Felsplateau)


 In den höheren Regionen auf der ganzen Insel verteilt gibt es öffentliche Gemeinschaftsgrillplätze "Area recreativa colectiva" für teils mehr als 100 Personen, mit Tischen, Bänken, Grillstellen, Wasserhähnen, Mülltonnen etc., teils sogar mit Kiosk.
Man könnte sich vorstellen, dass dort zu bestimmten Zeiten eine volksfestartige Stimmung herrscht,



hier im Frühjahr unter der Woche allerdings stille Einsamkeit (die perfekten inoffiziellen Campingplätze...)



 Die typische Passatwolkendecke hängt meist an der Nordostseite der Insel. Während man an den Stränden der Südküste bei blauem Himmel in der Sonne braten kann (wer das will...), steckt man im Norden auf mittlerer Höhe in ekeligem, stürmischem Nieselwetter. Irgendwie faszinierend.



Auf dem Camino de Santiago wird die Wanderung am Rand der Caldera von Tejeda entlang fortgesetzt. Für eine komplette Begehung bis nach Galdar im Norden ist die Zeit leider zu knapp, daher geht es mit einer Durchquerung des Talkessels von Tejeda wieder zurück in den Süden der Insel.



 Ein letzter Blick von der Höhe nach Westen über Tejeda mit Roque Bentayga



Dann tauchen die letzten Sonnenstrahlen die Hänge um San Bartolome de Tirajana / Tunte in ein intensives Licht.


Wegen des ständigen Passatwinds hat jeder Zeltstellplatz auf dem gut ausgestatteten Camping Playa de Varga einen eigenen Windschutz. Die Nähe zum Flughafen ist für An- oder Abreise praktisch, der Geräuschpegel aber auch recht hoch.



Nach der anstrengenden Wanderei kann man ein kühles Bierchen am Strand unweit des Campingplatzes erst so richtig geniessen!


Planungsinfos:
Anreise / Abreise: Internationaler Flughafen Las Palmas de Gran Canaria. Fähr- und Flugverbindungen zu den restlichen Kanarischen Inseln. Lokaler Busverkehr (Global). z.B. Linie 66 Aeropuerto-Maspalomas.
Karten / Führer: z. B. vom Rother Verlag. Leider nur Tagestouren. Für Camino de Santiago Detailkarten zum Download
Markierung: Um die "Wanderhauptstadt" Tejeda recht gut markiertes und ausgebautes Wegenetz. Sonst eher lückenhafte Wegmarkierung.
Übernachtung:  Zelt / Biwak. Unbedingt Leave No Trace! Wenige Campingplätze z. B. Playa de Vargas (Aguimes), bei Mogan. Areas recreativas (öffentliche Grillplätze), Zonas de acampadas colectivas / reducitas (Caravanstellplätze, vorherige Anmeldung erforderlich! http://cabildo.grancanaria.com)
Proviant / Wasser: Einkaufsmöglichkeit in einigen Orten wie Tejeda, San Bartolome de Tirajana. Wegen des porösen Lavagesteins kaum Oberflächenwasser. Auf den Areas recreativas und Zonas d'acampadas oft öffentliche Wasserhähne (evtl. entkeimen).
Geld: Geldautomaten Las Palmas, Maspalomas, Tejeda etc.
Mobilfunk / Internet: Gute Netzabdeckung.



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